13. Dezember 2012

Pacific Rim: Was für eine Faszination entwickeln Monsterfilme wie Godzilla oder der Cthullu-Mythos auf uns?

Erst heute erschien der erste Trailer zu Guillermo del Toro's neustem Film Pacific Rim:


Im Film geht es (zumindest nach bisherigen Informationen) darum, dass in naher Zukunft gigantische Monster aus einem Portal auf dem Grund des Pazifiks in unsere Welt strömen und Chaos stiften. Die Menschen gründen daraufhin die "Kaiju Defense Initiative", in deren Rahmen gigantische Roboter bzw. "Mechs" gebaut werden, die von menschlichen Piloten gesteuert werden. Die Steuerung erfolgt dabei über spezielle Anzüge, die die Bewegungen der Menschen über eine Verknüpfung mit dem Nervensystem direkt an die Roboter weiterleiten.

"Mechs" sind besonders in japanischen Anime oder Videospielen schon seit Jahrzehnten sehr beliebt, im Westen bislang jedoch kaum. Entsprechend erinnert dieser Film an Anime wie Neon Genesis Evangelion, Gundam Wing oder The Guyver.

Neon Genesis Evangelion

Die Monster im Film erinnern hingegen an Kult-Filmfiguren wie Godzilla oder an die verschiedenen Monster aus H.P. Lovecraft's Cthullu-Mythos. Kombiniert findet man sogar starke Parallelen mit dem Pen & Paper Rollenspiel CthulluTech, welches davon handelt wie Menschen in Kampfrobotern gegen Monster aus der Cthullu-Mythologie kämpfen.

Doch trotz all dieser Parallelen die Pacific Rim mit Sicherheit beeinflusst haben, scheint der Film weitgehend sein eigenes Süppchen zu kochen und sich von diesen bestehenden Konzepten (zumindest storytechnisch) loszulösen.

Cthullu - Quelle des Artworks leider unbekannt

Die Frage die sich mir stellt, ist: Könnte es sich bei diesem Film um eine Revitalisierung des klassischen Monster-Films wie Godzilla handeln? Wie alle kennen die klassischen Godzilla-Filme aus den 70ern und 80ern, in denen sich Männer in Gummi-Monsteranzügen in Miniaturmetropolen geprügelt haben. Diese Art von Film ist im Laufe der 90er Jahre mehr oder weniger ausgestorben, das ähnlichste was man finden konnte waren Kampfszenen bei den Power Rangers.
Der letzte innovativere Versuch dieses vergessene Genre in die Neuzeit zu transportieren erfolgte 2008, als J. J. Abrahms den Film Cloverfield in Form eines Found-Footage-Films im Monsterkontext auf die Leinwand brachte. Doch trotz relativ guter Kritiken gab es in Folge des Films zwar vermehrt teurere Found-Footage-Produktionen, das Monstersetting ging jedoch erneut verloren.

Kann Pacific Rim vor diesem Kontext ein Hit werden? Was muss ein Monsterfilm dieser Tage tun, um beim Publikum beliebt zu sein? Reichen massive Explosionen, dröhnende Sounds und hochwertige CGI in 3D-Optik?
Godzilla war zur Zeit seiner Entstehung ein Instrument, um insbesondere in Japan die verheerenden Konsequenzen der Hiroshima-Katastrophe zu verarbeiten - die Idee des Films war also (wenn auch teilweise unbewusst) an ein historisches Ereignis geknüpft, das die Menschen weltweit erst jüngst traumatisiert hatte. Nahm der Monsterfilm daher seine Kraft um beim Publikum so beliebt zu werden?

Kann man die Faszination der alten Godzilla-Filme wieder aufleben lassen?

Es sind keine einfachen Fragen, doch kaum ein Filmgenre lässt so interessante Fragestellungen über die Vernetzung von Historie und Unterhaltung zu. Was fasziniert uns heute eigentlich an riesigen, alleszerstörenden Monstern? Was verbinden wir Menschen von heute mir ihnen und wie unterscheiden sich diese Vorstellungen von denen der Menschen in den 60ern und 70ern? Wie unterscheiden sich genmanipulierte Monster wie Godzilla von interdimensionalen Wesen wie Cthullu in unserer Wahrnehmung? Oder sind wir es heutzutage einfach so gewöhnt uns von hochwertigen Effekten in einen Trancezustand versetzen zu lassen, in dem wir uns nur noch berieseln lassen und nicht mehr reflektieren - je pompöser die Eindrücke, umso wirkungsvoller? Ist es letztendlich die Ohnmacht vor der eigenen Fantasielosigkeit unserer Zeit?

Pacific Rim startet am 12. Juli 2013 in den Kinos. Vielleicht lassen sich dann ein paar Fragen deutlicher beantworten.

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